Seebäderschiffe im Helgolanddienst
Aktuelle Meldungen

(Fahrplandaten der Reedereien ohne Gewähr)

 

Saisonrückblick 2015 - Zeit bringt alles, wer warten kann

 

Nun ist es auf der Zielgeraden des Jahres doch noch passiert, womit in 2015 kaum noch einer gerechnet hatte: Der sehnsüchtig erwartete Neubau M/S Helgoland hat am 16. Dezember 2015 den Liniendienst zum Roten Felsen aufgenommen. Fünf Tage zuvor erfolgten Taufe und Jungfernfahrt. Für den Saisonrückblick 2015 ist M/S Helgoland hinsichtlich der Besucherzahlen, Auslastungen und Fahrtabsagen aufgrund der späten Inbetriebnahme des Neubaus Mitte Dezember, und damit fernab der Sommersaison, allerdings noch von untergeordneter Bedeutung.

 

 

Die Besucherzahl im Jahr 2015 wird gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um ca. 6% niedriger ausfallen, wobei allerdings die anreisenden Urlaubsgäste und Übernachtungszahlen Wachstumsraten zu verzeichnen hatten.*1) Die Gemeinde ermittelte für die ersten neun Monate genau 266.679 Urlauber und Tagesgäste (283.878 in 2014 im gleichen Zeitraum). Das sind 6,1% weniger als im Vorjahr. Unter der Voraussetzung, daß sich im letzten Quartal 2015 erfahrungsgemäß keine großen Abweichungen zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs ergeben, wird sich die Gesamtzahl in diesem Jahr bei rund 295.000 bis 300.000 Reisenden einpendeln. Eine Fußball-WM läßt sich in diesem Jahr nicht als Mitursache für den Rückgang anführen, erneut aber möglicherweise der ungewöhnlich enge Korridor für die Sommerferien in ganz Deutschland. Die Anzahl der Fahrtabsagen liegt ziemlich genau auf Vorjahresniveau, schwerpunktmäßig allerdings zu anderen Zeitpunkten im Saisonverlauf (dazu später mehr). Die Einstellung der Wilhelmshaven-Verbindung mit M/S Helgoland (ex-Westfalen) könnte zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen geführt haben. Letztendlich kann es aber auch sein, daß potentielle Fahrgäste speziell mit dem Neubau einen Tagesausflug oder eine Urlaubsreise antreten wollten, aufgrund der mehrfach verschobenen Inbetriebnahme resigniert, dann in der Sommersaison Helgoland gar keinen Besuch mehr abgestattet haben und der Insel somit in der Statistik verloren gegangen sind.   

 

*1): Nachtrag vom 9. Februar 2016:

 

Hinsichtlich der Tourismuszahlen gibt es neue Erkenntnisse, die am 8. und 9. Februar 2016 über Radiosender des NDR und norddeutsche Zeitungen verbreitet wurden. Danach besuchten im Jahr 2015 "75.200 Touristen" Deutschlands Hochseeinsel. Dies sei ein Plus von 1,2% gegenüber dem Vorjahr, teilte Tourismusdirektor Klaus Furtmeier mit. Nun könnte man meinen, daß Tagesgäste auch zu den Touristen gehören, in diesem Fall aber offenbar nicht. Denn hinter der Zahl 75.200 kann sich nur die Anzahl der Übernachtungsgäste verbergen. Die Gesamtzahl aus Urlaubern (Touristen) und Tagesgästen liegt ziemlich genau viermal so hoch.

 

 

 

Soweit zunächst der Überblick über die Fahrgastzahlen im allgemeinen. Detailliertere Statistiken, die auch einzelne Monate und Wochentage berücksichtigen, hat mir traditionell wieder Dennis Schmidt zur Verfügung gestellt (Börtebetrieb vom 15. April bis 15. Oktober 2015):

 

 

 

 

 

Die Abbildung links zeigt die durchschnittliche Besucherzahl pro Tag für die Monate April bis Oktober 2015 im Schnitt, d.h. im April kamen durchschnittlich 649 Gäste pro Tag auf die Insel, im Mai 1.066 Besucher, im Juni 1.288 Besucher usw. Mit 3.462 Gästen wurde der absolute Saison-Höchstwert in diesem Jahr am 13. August erzielt. Im Vorjahr lag der Topwert fast 500 Zähler höher (06.08.2014).

 

 

 

 

 

 

 

Die Abbildung links zeigt die absolute Gesamtbesucherzahl für die Monate April bis Oktober 2015. Es fällt auf, daß nur der Monat August mit 69.986 Besuchern über dem Vorjahreswert liegt (60.752), und zwar deutlich. Aber auch die diesjährige Zahl für den August ist kein Top-Wert (z.B. 2013: 70.971, 2012: 73.056). Alle anderen Monate bleiben hinter den Vorjahreswerten zurück und verliefen teilweise enttäuschend, insbesondere der Juli mit nur 44.577 Gästen. Im Jahr 2013 waren es noch 67.542 Besucher. Im Monat Juli 2015 häuften sich übrigens auch die Fahrtabsagen.

 

 

 

 

 

 

 

Links die durchschnittliche Besucherzahl pro Tag für die vergangenen fünf Jahre im Vergleich. Auch im längeren Mittel zeigt sich, daß der August-Wert für 2015 auf normalem Niveau liegt, die Werte für die anderen Monate dieses Jahres finden sich jedoch auf den hinteren Plätzen. Der Juli 2015 ist mit gemittelt nur 1.592 Gästen pro Tag geradezu abgeschlagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nebenstehende Graphik zeigt die Gesamtbesucherzahl kumuliert für den Zeitraum 15. April bis 15. Oktober 2015. Man kann erkennen, daß das Defizit zum Vorjahr bis zum Monat Juli immer größer wird. Im August erholt sich die Bilanz aufgrund des schlechteren Vorjahreswertes etwas, im weiteren Verlauf des Jahres nimmt der Differenzbetrag aber wieder zu.

 

 

 

 

 

 

Die Abbildung rechts zeigt die Auswertung der Besucherzahlen nach Wochentagen. Mit durchschnittlich 1.717 Besuchern ist der Samstag im Jahr 2015 unverändert der besucherstärkste Tag, allerdings mit dem niedrigsten Wert seit Aufzeichnung dieser Statistik auf nordreport.de. Auffällig ist in diesem Jahr zudem der fast exakt gleiche Besucherzuspruch an den Wochentagen Montag, Dienstag und Mittwoch (1.257, 1.262, 1.258). Dies ist ein signifikanter Unterschied zum Reiseverhalten, das noch bis zum Jahr 2013 als persistent galt.

 

 

 

Auf dem angrenzenden Bild sind die relativen Anteile der Besucherzahlen pro Wochentag für die Jahre 2014 und 2015 aufgetragen. Auch hier zeigt sich für das Jahr 2015, abweichend von der Saison davor, die Gleichverteilung in der ersten Wochenhälfte. Immer wieder erstaunlich ist der mit beharrlicher Konsequenz auftretende geringe Besucherzuspruch am Sonntag, da sich auch außerhalb der Ferien doch eigentlich das freie Wochenende für einen Helgoland-Ausflug anbieten wurde. 

 

 

 

 

Nach der Einstellung der Wilhelmshaven-Verbindung steuerten in der abgelaufenen Saison die Insel regelmäßig nur noch fünf Schiffe von fünf Häfen auf dem Festland an (vier konventionelle Seebäderschiffe von und nach Cuxhaven, Büsum und Bremerhaven sowie die Schnellverbindung mit Katamaran von und nach Hamburg, Wedel und Cuxhaven). Dazu kamen jeweils unter Auslassung der Bremerhaven-Verbindung sporadisch auch noch Sonderfahrten der "Fair Lady" von Hooksiel, Spiekeroog und Norderney. Der angekündigte Einsatz des Neubaus von Hamburg fand wegen verspäteter Inbetriebnahme nicht mehr statt, von Cuxhaven vertrat die "Atlantis" den Neubau die gesamte Saison über, letztmalig am 15. Dezember 2015. Dadurch erhielt das Ausbooten der Cuxhaven-Verbindung auf der Helgoländer Reede noch bis Anfang Oktober eine unverhoffte Gnadenfrist.

 

Die von FRS Helgoline initiierten längeren Inselaufenthalte der "Atlantis" mit späterer Rückfahrt wurden nach Übernahme der klassischen Seebäderverbindung von Cuxhaven in der Sommersaison durch die Reederei Eils nicht fortgeführt. Allerdings wurde die Abfahrt in Cuxhaven täglich um 15 Minuten nach vorne verlegt mit dem Versuch, offenbar den Inselaufenthalt zu verlängern. Bei dieser Planung war man wahrscheinlich schon von der Verfügbarkeit des neuen Schiffes ausgegangen. Beim "Halunder Jet" blieb es immer dienstags und donnerstags bei dem verlängerten Inselaufenthalt, 2015 sogar noch einmal ausgeweitet durch eine abermals um 15 Minuten hinausgeschobene Rückfahrt. Zudem wurden acht Fahrten des "Halunder Jet" zum Windpark "Meerwind Süd / Ost" angeboten, wobei mehrere Termine aufgrund von Witterungseinflüssen nicht durchgeführt werden konnten. Die "Funny Girl" fuhr ab Anfang Juli bis Ende September 2015 immer samstags auf Helgoland erst um 17:30 Uhr nach Büsum ab, was auch den Büsumer Gästen einen deutlich verlängerten Aufenthalt auf Helgoland bescherte. Gekoppelt an diesen Fahrplan war eine Zwischentour nach Cuxhaven und zurück, die allerdings schon am 15. August aufgegeben wurde. Die "Lady von Büsum" steuerte nun schon die zweite Saison die Insel täglich an, also auch an Montagen. In der Vor- und Nachsaison nahm M/S Adler-Express mit Sonderfahrten an sechs Terminen von Nordstrand, Pellworm, Sylt, Amrum und Föhr Kurs auf den Roten Felsen. Reguläre Fahrten in der Hauptsaison erfolgten nicht, wurden aber für 2016 immer montags in Aussicht gestellt.

 

Auch 2015 waren wieder einige Kreuzfahrtschiffe zu Gast, jedoch war die Anzahl der Besuche im Vergleich zum Vorjahr erneut rückläufig. Die Reederei MSC, die zwischenzeitlich Helgoland als regelmäßige Destination entdeckt hatte, ist im Jahr 2015 dem Roten Felsen komplett fern geblieben. So ließen sich die Phoenix-Schiffe in der zurückliegenden Saison am häufigsten vor der Insel blicken, ohne daß die Highlights mit der "Deutschland" und der "Fram" aus dem Vorjahr erreicht werden konnten.

 

 

 

 

Von Fahrtabsagen waren im Jahr 2015 schwerpunktmäßig die Monate Juli und September betroffen, in denen allein 47 Ausfälle zu verzeichnen waren. Im Vorjahr war es abweichend vorwiegend der Monat August. Im Zeitraum des Börte-Betriebs (Mitte April bis Mitte Oktober 2015) fielen in der zurückliegenden Saison 65 von insgesamt 874 Fahrten aus (2014: 66 von 949). Die Zahl der Komplettausfälle (Tage ohne Schiffsanbindung) stieg in diesem Zeitraum von vier auf sieben (2. Juni, 8., 9. und 30. Juli sowie am 5., 6. und 17. September). Der Trend, zunehmend den Nord-Ost-Hafen zum Aus- und Einbooten zu nutzen, verstärkte sich erneut. An 37 Tagen wurde der Verkehr über den Nord-Ost-Hafen abgewickelt (2014: 31, 2013: 24), was jedoch keine Einschränkung für die Schiffanbindung bedeutet, sondern lediglich eine durch die vorherrschende Windrichtung verursachte betriebliche Besonderheit. Fahrten mit abweichendem Fahrplan (z.B. wetterbedingter früherer Abfahrt auf Helgoland) wurden bei allen Schiffen übrigens als normale Fahrt gewertet und gehen in die Ausfallstatistik nicht ein, d.h. nur komplett abgesagte Fahrten oder solche, bei denen die Reise auf dem Hinweg abgebrochen wurde, werden gezählt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nebenstehende Graphik zeigt die geplanten und tatsächlich durchgeführten Fahrten pro Helgoland-Schiff an. Insgesamt sollten 874 Fahrten erfolgen, 809 konnten dann schließlich absolviert werden. Alle vor der Saison mit dem Neubau geplanten Fahrten wurden der "Atlantis" zugeordnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Abbildung sind die Ausfälle (absolut) zwischen dem 15.04. und 15.10.2015 zu entnehmen. Spitzenreiter ist in diesem Jahr die "Lady von Büsum" mit 21 Absagen, mit 9 Stück sind die wenigsten Einbußen beim "Halunder Jet" zu verzeichnen. Die "Atlantis", die "Fair Lady" und die "Funny Girl" liegen mit jeweils gut 10 Ausfällen knapp über dem Katamaran. Zusammen ergibt dies die schon bereits anfangs im Überblick genannte Zahl von 65 Absagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Absolutwerte spiegeln sich in etwa auch in der relativen Statistik wider, da die Unterschiede der Saisondauer für die jeweiligen Schiffe nicht sehr groß sind. Die "Lady von Büsum" kommt auf einen Wert von 11,4%, der "Halunder Jet" auf 4,9 %. Dazwischen pendeln sich die anderen Schiffe bei 6% bis 8% ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nebenstehenden Graphiken zeigen absolut (oben) und relativ (unten) die Ausfallquoten aller Seebäderschiffe und des Katamarans im Vergleich für die letzten fünf Jahre. Für die "Helgoland" (Neubau) gibt es naturgemäß noch keine Werte, und die "Helgoland" (ex-Westfalen) wurde aufgrund der Betriebseinstellung im Helgoland-Verkehr aus der Aufstellung genommen. In der Statistik liegen die absoluten und relativen Werte bis auf wenige Ausnahmen über denen aus den letzten drei Vorjahren. Die sehr hohen Einträge im Jahr 2011 stehen für den "Katastrophen-Sommer" mit 141 Schiffsausfällen, der glücklicherweise in dieser Form ein Einzelfall blieb.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Darstellung zeigt die Verteilung der Fahrtabsagen auf die Monate April (2. Hälfte), Mai bis September und Oktober (1. Hälfte). War es im letzten Jahr der Monat August, auf den sich die meist witterungsbedingten Fahrtabsagen konzentrierten, sind es in dieser Saison die Monate Juli und September mit 25 bzw. 22 Ausfällen, was einem Monatsanteil von 38% bzw. 34% an der gesamten Sommersaison entspricht. Aufgrund dieser Zahlen wird ersichtlich, daß insbesondere die Rahmenbedingungen für den Juli ungünstig waren und folglich der Juli als einer der beiden Hauptreisemonate bescheiden abgeschnitten hat. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die prozentuale Gesamtauslastung aller Schiffe getrennt nach Monaten ist nebenstehender Graphik zu entnehmen. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis der tatsächlich angereisten Gäste zur Gesamtkapazität addiert über alle Schiffe. Die Monate April, Mai, Juni, September und Oktober liegen in etwa auf Vorjahresniveau. Im Juli und August liegen die Auslastungen signifikant über dem Vorjahr (Juli 2015: 46,6% gegen 40,0% im Juli des Vorjahres, August 2015: 64,0% gegen 54,2% im August des Vorjahres). Hier macht sich u.a. bemerkbar, daß sich nur noch fünf Schiffe den Kuchen aufteilen mußten, denn die "Helgoland" (ex-Westfalen) wurde im Jahr 2015 nicht mehr nach Helgoland eingesetzt.

 

 

 

In Fortsetzung der Statistik vom letzten Jahr sind in nachfolgender Tabelle die Fahrgastzahlen (ca.) ab Hamburg, Wedel und Cuxhaven für den Katamaran "Halunder Jet" zusammengefaßt. Die Zahlen beziehen sich auf die gesamte Saison zwischen Ende März / Anfang April und Ende Oktober / Anfang November.

 

Abfahrtshafen / Küstenregion Fahrgäste 2006 Fahrgäste 2007 Fahrgäste 2008 Fahrgäste 2009 Fahrgäste 2010 Fahrgäste 2011 Fahrgäste 2012 Fahrgäste 2013 Fahrgäste 2014 Fahrgäste 2015
Hamburg / Wedel / Cuxhaven (Cat) 79.500 80.000 81.000 82.000 84.600 83.000 85.000 87.725 91.628 93.531

 

Betrachtet man die Fahrgastzahlen für den "Halunder Jet" für die letzten zehn Jahre, ist festzustellen, daß der Katamaran mit 93.531 Reisenden mehr Fahrgäste transportierte, als in den neun vorangehenden Jahren. Hatte es im Vorjahr bereits ein Plus von fast 4.000 Passagieren gegeben, ergab sich nun noch einmal ein Zuwachs von knapp 2.000 Reisenden. Ergänzend sei noch hinzugefügt, daß der "Halunder Jet" auch vor Beginn der hier aufgeführten Statistik in den Jahren 2003 bis 2005 einschließlich niemals so viele Fahrgäste in einer Saison auf den Roten Felsen gebracht hat, wie in diesem Jahr, d.h. der "Halunder Jet" geht erneut mit einem Rekord-Ergebnis in die diesjährige Winterpause.

 

 

Erneut fuhr der "Halunder Jet" mit 93.531 Fahrgästen ein Rekord-Ergebnis ein. Niemals zuvor beförderte er in seiner 13 Jahre umfassenden Einsatzzeit in einer Saison so viele Fahrgäste auf den Roten Felsen wie in diesem Jahr.

 

 

 

Saisonfazit:

 

Für die ersten neun Monate ergibt sich trotz positiver Übernachtungszahlen bei den beförderten Fahrgästen ein Minus von ca. 6%. Damit ist davon auszugehen, daß weniger Tagesgäste auf die Insel kamen. Schwache Zahlen lieferte insbesondere der Monat Juli. Vergleicht man die Besucherzahlen für die Monate Juli, August und September mit denen des Vorjahres und bringt man diese mit den Ausfalltagen der Passagierschiffe im aktuellen und letzten Jahr in Relation, könnte man einen Zusammenhang vermuten. Ein Trend zur Steigerung der Besucherzahlen auf jährlich 400.000 Gäste bis zum Jahr 2020, die die Gemeinde anvisiert hat, um die verlängerte Landungsbrücke finanzieren zu können, war in diesen Jahr nicht erkennbar. Bleibt die Hoffnung, daß im nächsten Jahr die technischen Innovationen und der Komfort des Neubaus von Cassen Eils die Neugier und das Interesse der Passagiere weckt und auch wieder mehr Tagesgäste auf die Insel zieht. In dieser Saison konnte M/S Helgoland seine Ausstrahlung aufgrund der verzögerten Fertigstellung und Inbetriebnahme zu einem ungünstigen Zeitpunkt leider noch nicht entfalten. So stand auch dieses Jahr noch der Katamaran in der Gunst der Passagiere ganz oben und verbuchte eine steigende Resonanz gegen den rückläufigen Trend aller Besucher. Anders als bei den Tagesgästen verspürt die Übernachtungsstatistik Aufwind. Mit 75.200 Übernachtungsgästen wurde im Jahr 2015 das beste Ergebnis seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen verzeichnet, ein Plus von 1,2% gegenüber dem Vorjahr.

 

 

 

Ausblick auf das Jahr 2016:

 

Der Neubau M/S Helgoland wird in 2016 ganzjährig ab Cuxhaven fahren, zudem sind noch nicht terminierte Wochenendfahrten ab Hamburg in der Hauptsaison zu erwarten, wie dies eigentlich schon im Jahr 2015 angedacht war. Der "Halunder Jet" startet am 19. März 2016 von Hamburg, Wedel und Cuxhaven in die neue Saison, nach derzeitigem Fahrplanstand komplett unverändert zum Jahr 2015. Wenn M/S Helgoland dann 2016 wirklich Hamburg anlaufen sollte, dürfte es an Wochenenden zu einer Konkurrenzsituation zwischen dem Neubau und dem "Halunder Jet" kommen, der bisher in Hamburg als Platzhirsch fungierte. Für den "Halunder Jet" sind zudem wieder Fahrten zum Windpark "Meerwind Süd / Ost" während der Liegezeit auf Helgoland an ausgesuchten Terminen und Zwischentouren Richtung Cuxhaven nach bekanntem Schema vorgesehen. Am 4. Mai 2016 startet die "Fair Lady" von Bremerhaven aus in ihre Helgoland-Saison. Dabei werden die Hooksiel-Fahrten mit 22 Stück allerdings deutlich ausgeweitet, was zu Lasten der Bremerhaven-Verbindung geht. Diese Entscheidung seitens der Reederei ist nachvollziehbar, da durch die Attraktivität des Neubaus im zu Bremerhaven recht nahen Abfahrtsort Cuxhaven die Stadt an der Weser Fahrgäste verlieren könnte. Für Fahrgäste aus Ostfriesland ist es dagegen nicht ganz so komfortabel, nach Cuxhaven oder Bremerhaven zu kommen, so daß man für diese potentiellen Passagiere womöglich mit der Abfahrt aus Hooksiel einen zusätzlichen Anreiz schaffen möchte. Zudem war die "Fair Lady" auf den Hooksiel-Fahrten in der abgelaufenen Saison in der Regel gut gefüllt, teilweise sogar ausverkauft. Die erste Fahrt der "Fair Lady" ab Hooksiel findet am 14. Juni statt. Das Schwesterschiff "Funny Girl" greift am 15. April ab Büsum in das Gesehen ein. Geblieben ist an Samstagen die späte Rückfahrt nach Büsum in der Hauptsaison (erstmalig 02.07.2016). Ob es wieder zu Zwischentouren nach Cuxhaven kommen wird, die in der zurückliegenden Saison vorzeitig beendet wurden, ist fraglich. Bereits einen knappen Monat vor der "Funny Girl" nimmt die "Lady von Büsum" ab Büsum zum 19. März 2016 unverändert täglich den Betrieb auf. Erfreulich ist die Tatsache, daß M/S Adler-Express im Jahr 2016 regelmäßig über die gesamte Sommersaison nach Helgoland fährt. Die Sonderfahrten in den zwei zurückliegenden Jahren waren so erfolgreich, daß das Einrumpf-Schnellschiff aufgrund der hohen Nachfrage 2016 zwischen Mai und Oktober immer montags den Roten Felsen ansteuert. Extravagant ist die Route: Von Nordstrand geht es zunächst nach Amrum, dann nach Sylt und danach schließlich über die offene Nordsee nach Helgoland (Rückfahrt analog). Wer also einen Tagesausflug von Nordstrand bucht, verbringt etwa acht Stunden auf M/S Adler-Express. Der Inselaufenthalt beträgt ca. drei Stunden. Nach der Indienststellung der barrierefreien "Helgoland", die im Südhafen anlegt, werden im Jahr 2016 mit der "Fair Lady", der "Funny Girl" und der "Lady von Büsum" nur noch drei Schiffe auf der Reede ankern. Da der Südhafen auch noch vom "Halunder Jet" und vom "Adler-Express" angelaufen wird, halten sich der Südhafen und die Reede mit jeweils drei Schiffen die Waage. Die Anläufe durch Kreuzfahrtschiffe gestalten sich in etwa wie im Vorjahr. Nach derzeitigem Stand werden sich die üblichen Verdächtigen vor der Insel zeigen: Die "Amadea" und "Albatros" von Phoenix Reisen, die "Astor" von TransOcean und sogar zweimal die "Hamburg" von Plantours. Recht außergewöhnlich ist allerdings der Anlauf der "Berlin" von FTI Cruises.

 

 

 

Die Fotos, die das Jahr 2015 beschließen, gehören noch einmal der Indienststellung des neuen Helgoland-Schiffes, die in Cuxhaven und auf der Insel wie ein Großereignis gefeiert wurde.

 

 

Generationenwechsel mit Tannenbaum:

 

Am Tag der Taufe von M/S Helgoland steht des Ende der "Atlantis" im planmäßigen Helgoland-Dienst ab Cuxhaven unmittelbar bevor (oben). Unten passiert im Taufkleid die brandneue "Helgoland" die Cuxhavener Kugelbake.

 

 

 

 

 

27. Dezember 2015 - Winterquartier "Halunder Jet"

 

Der "Halunder Jet" liegt in der Winterpause 2015/16 erstmalig in Havneby auf Rømø (DK).

 

 

Der Hafen in Havneby: Rechts der "Halunder Jet", links die Syltfähre "SyltExpress".

 

 

 

Der Liegeplatz am Johannisbollwerk östlich der Hamburger St. Pauli Landungsbrücken steht in diesem Winterhalbjahr aufgrund von Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz nicht zur Verfügung. Daher ist man auf den Hafen von Havneby ausgewichen.

 

 

 

Im Inneren wurde im Verlauf des Monats die Hauptmaschine überholt.

Äußerlich sind Wartungsarbeiten an den Fenstern auf der Steuerbordseite zu erkennen.

 

 

 

 

 

Die Doppelendfähre "SyltExpress" fährt zwischen Havneby auf Rømø und List auf Sylt.

Wie der "Halunder Jet" gehört auch die Syltfähre zur FRS-Gruppe. Auf Ausstellungen und Reisemessen treten Helgoline mit dem "Halunder Jet" und die Syltfähre häufig an einem Stand zusammen auf.

 

 

 

23. Dezember 2015 - Fahrplananpassung Jahreswechsel

 

Die reservierungspflichtigen Rückfahrten von Helgoland am 2. und 3. Januar 2016 erfolgen

 

jeweils eine Stunde früher, also bereits um 15:00 Uhr ab Helgoland.

 

 

 

16. Dezember 2015 - M/S Helgoland im Liniendienst

 

Seit 16.12.2015 befindet sich M/S Helgoland im Liniendienst zum Roten Felsen und hat damit die "Atlantis" abgelöst.

 

 

Die neue "Helgoland" im Cuxhavener Fährhafen.

 

 

 

Typhon der "Helgoland" (Aufnahme von Dennis Schmidt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das obere Freideck zwischen Schornsteinattrappe mit Atrium und Signalmast.

Der vordere Bereich des Freidecks oberhalb der Brücke mit Blick auf das Vorschiff ist auf "normalen" Fahrten offenbar nicht freigegeben ("Crew"). Schade, denn mit dem Ausblick nach vorne hatte die "Helgoland" eigentlich ein Highlight, das man in dieser Form auf Helgoland-Schiffen seit längerer Zeit vergeblich sucht. 

 

 

 

Gepäckverladung in Cuxhaven.

 

 

 

Auch der Posttransport ist mit Indienststellung des Neubaus auf die "Helgoland" übergegangen.

 

 

Blick über die Freidecks:

 

 

Sicht nach vorne ...

 

 

 

 

 ... und nach hinten.

 

 

 

 

Nach der Jungfernfahrt, die bei stürmischen Bedingungen stattgefunden hat, ist die See auch bei den ersten Fahrten im Liniendienst mitunter recht ruppig.

 

 

 

 

Gepäckentladung auf Helgoland.

 

Die Aufgabe der Koffer erfolgt auf M/S Helgoland nach einem neuen Prinzip. Mußte man auf der "Atlantis" die Koffer noch selbst an Bord tragen, werden sie bei der "Helgoland" vor dem Schiff aufgegeben und in Container verstaut. Dieses neue Prinzip ist umstritten. Umstritten deshalb, weil der Gepäcktransport (Ausnahme Handgepäck) nun nicht mehr frei ist, sondern pro Koffer und Fahrt 2,50 EUR erhoben werden. Allerdings muß man sagen, daß es beim Ausstieg nun deutlich gesitteter zugeht als zuvor auf der "Atlantis", denn dort war das Abgreifen der Koffer im Fahrgastbereich ein ziemliches Chaos. Auch wenn die Gangway bereits angelegt ist, dürfen die Fahrgäste übrigens erst an Land gehen, nachdem der Gepäckcontainer entladen wurde - und das kann dauern. Da die Tagesgäste, die mit Koffern aus dem Container im Regelfall gar nichts am Hut haben, auch erst nach der Containerentladung von Bord gelassen werden, geht dies zu Lasten des Inselaufenthalts, und bei leidlich drei Stunden Aufenthalt kann man jede Minute gut gebrauchen. Hier ist also logistisch noch Luft nach oben.

 

 

 

M/S Helgoland im Südhafen der Insel.

 

 

 

 

Die "Helgoland" nach getaner Arbeit im Fährhafen Cuxhaven.

 

 

 

Die "Atlantis" fuhr am 15. Dezember 2015 das letzte Mal im Liniendienst nach Helgoland. Anschließend wurde sie an der Alten Liebe in Cuxhaven vertäut.

 

 

 

11. Dezember 2015 - Helgoland empfängt die Jungfer

 

Bilder vom 11. Dezember 2015, dem Tag der Taufe und Jungfernfahrt:

 

 

Die "Helgoland" mit Taufschmuck an der Alten Liebe in Cuxhaven.

Getauft wurde das Schiff von Christa Eils, der Witwe von Reedereigründer Cassen Eils.

Nach der Taufe folgte eine kurze Fahrt in der Elbmündung und dann die Jungfernfahrt nach Helgoland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In die "Helgoland" wurden neuartige Stabilisatoren eingebaut, um die Fahrt bei starkem Seegang erträglicher zu gestalten. Wenn, wie auf diesen Fotos, die See mit sieben Windstärken genau von vorne kommt, kann naturgemäß auch dieses Schiff die Naturgesetzte nicht aushebeln.

 

 

 

 

Eintreffen, Aufenthalt und Präsentation auf dem Roten Felsen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oberstes Freideck über der Brücke (links) und Blick auf das Vorschiff (rechts).

 

 

Einblick in die diversen Salonbereiche (Auswahl):

 

 

Salon "Kugelbake"

 

 

 

 

Treppenhaus

 

 

 

Decksübersicht

 

 

 

Atrium

 

 

 

Salon "Neuwerk"

 

 

 

 

Restaurant "Knieper"

 

 

 

"Sansibar"

 

 

 

"Hummerbuden"

 

 

 

Club "Düne Süd"

 

 

 

Der Täufling im Helgoländer Südhafen.

Am Abend ging es zurück nach Cuxhaven.

 

 

 

1. November 2015 - Winterfahrplan (Neubau, wo bist Du ?)

 

Am 1. November fährt der "Halunder Jet" das letzte Mal in der Saison 2015 zum Roten Felsen. Einen Tag zuvor erfolgte auch die diesjährige Abschiedstour der "Lady von Büsum". Damit ist jetzt das Winterschiff der Reederei Cassen Eils für die nächsten viereinhalb Monate die einzige Schiffsverbindung von und zur Insel. Gegenüber den Fahrzeiten des Winterfahrplans aus dem Vorjahr gab es nicht die geringsten Veränderungen. Geändert wurde allerdings der Abfahrtsort in Cuxhaven. War es in der Wintersaison traditionell die Alte Liebe, wird nun wie im Sommer vom Fährhafen abgefahren. Anpassungen gab es auch bei den Fahrpreisen. Die Tagesfahrt wurde von 39,90 EUR (bisheriger Wintertarif) auf 42,- EUR angehoben (bisheriger Sommertarif), die einfache Fahrt von 31,- EUR auf 32,50 EUR und die Saisonrückfahrt von 49,- EUR auf 49,90 EUR. Richtig spannend wird es aber, wenn es um die Frage des eingesetzten Schiffes geht. Nachdem die Reederei Cassen Eils auch die Ankündigung, nunmehr Ende Oktober 2015 mit dem Neubau M/S Helgoland den Dienst aufzunehmen, nicht in die Tat umgesetzt hat, ist der Einsatz der neuen "Helgoland" weiter offen. Aktuell fährt immer noch die "Atlantis", die in den Vorjahren immer Mitte Oktober gegen das eigentliche Winterschiff, die "Funny Girl", ausgewechselt wurde, zum Roten Felsen. Offenbar möchte man aber nun die "Atlantis" so lange im Dienst belassen, bis das neue Schiff zur Verfügung steht.      

 

 

Nachfolgend die Fahrplandaten für das kommende Winterhalbjahr im Detail:

 

1. bis 30. Oktober 2015

Wochentag Abfahrt Cuxhaven Abfahrt Helgoland
Täglich 10:30 Uhr 16: 00 Uhr

 

31. Oktober bis 13. Dezember 2015

Wochentag Abfahrt Cuxhaven Abfahrt Helgoland
Montag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Dienstag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Mittwoch 10:30 Uhr  
Donnerstag 10:30 Uhr 07:30 Uhr + 16:00 Uhr
Freitag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Samstag 10:30 Uhr  
Sonntag   13:00 Uhr

 

14. Dezember 2015 bis 8. Januar 2016

Tag Abfahrt Cuxhaven Abfahrt Helgoland
Montag, 14.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Dienstag, 15.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Mittwoch, 16.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Donnerstag, 17.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Freitag, 18.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Samstag, 19.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Sonntag, 20.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Montag, 21.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Dienstag, 22.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Mittwoch, 23.12. 10:30 Uhr 14:00 Uhr
Donnerstag, 24.12.    
Freitag, 25.12.    
Samstag, 26.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Sonntag, 27.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Montag, 28.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Dienstag, 29.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Mittwoch, 30.12. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Donnerstag, 31.01. 10:30 Uhr  
Freitag, 01.01.   14:00 Uhr
Samstag, 02.01. 10:30 Uhr 16:00 Uhr *)
Sonntag, 03.01. 10:30 Uhr 16:00 Uhr *)
Montag, 04.01. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Dienstag, 05.01. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Mittwoch, 06.01. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Donnerstag, 07.01. 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Freitag, 08.01. 10:30 Uhr 16:00 Uhr

 

*) Hinweis zu den Rückfahrten von Helgoland am 02. und 03.01.2016 um 16:00 Uhr:

Aufgrund der zu erwartenden großen Nachfrage ist wie schon in den Vorjahren für die Rückfahrt von Helgoland am 2. und 3. Januar um 16:00 Uhr eine Voranmeldung bei der Reederei Eils zwingend erforderlich.

.

9. Januar bis 20. März 2016

Wochentag Abfahrt Cuxhaven Abfahrt Helgoland
Montag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Dienstag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Mittwoch 10:30 Uhr  
Donnerstag 10:30 Uhr 07:30 Uhr + 16:00 Uhr
Freitag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Samstag 10:30 Uhr  
Sonntag   13:00 Uhr

 

21. März bis 30. April 2016

Wochentag Abfahrt Cuxhaven Abfahrt Helgoland
Täglich 10:30 Uhr 16: 00 Uhr

 

Fahrzeit pro Strecke: ca. 2 1/2 Stunden.

 

 

 

Sommersaison 2015

 

 

Die Flotte im Überblick

 

 

Im Jahr 2014 steuerten täglich noch fünf Seebäderschiffe den Roten Felsen an. Diese Zahl konnte in 2015 nicht mehr erreicht werden. Eigentlich hätte in diesem Jahr in der Hochsaison die Reede nur noch drei Seebäderschiffe umfassen dürfen. Aufgrund der Einstellung der Wilhelmshaven-Verbindung läuft M/S Helgoland (ex-Westfalen) die Insel nicht mehr an. Zudem war geplant, M/S Atlantis auf der Cuxhaven-Route vor Beginn der Hochsaison durch M/S Helgoland (Neubau) zu ersetzen und diesen Neubau dann nicht mehr auf der Reede ankern, sondern in den Südhafen einlaufen zu lassen. Aufgrund der verspäteten Fertigstellung des Neubaus wird von Cuxhaven aber weiterhin die "Atlantis" eingesetzt. Da die "Atlantis", wie in den Jahren zuvor auch zwischen 1. Mai und 30. September, vor der Insel ankert, umfaßt die Reede in diesem Jahr entgegen der ursprünglichen Planung doch noch einmal vier Schiffe. Auf der Nordreede (Bild oben) zeigen sich von links nach rechts: M/S Lady von Büsum, M/S Funny Girl, M/S Atlantis und M/S Fair Lady. Nicht im Bild ist der "Halunder Jet", der als Schnellschiff grundsätzlich im Helgoländer Südhafen festmacht. Die komplette Helgolandflotte umfaßt somit in diesem Jahr fünf Schiffe (-1 gegenüber 2014).

 

 

 

Vor der "Funny Girl" sind hier die Börteboote "Pirat" (vorne) und "Claudia" im Anlandungsdienst zu sehen. Weiterhin sind auch die Boote "Atlantis", "No.1", "No.6", "Sellebrunn" und "Rasmus" wieder im Einsatz, teilweise auch das Boot "Hamborger Lock", das jedoch nach einem Motorschaden am 10. August zunächst nicht mehr im Einsatz beobachtet werden konnte. Insgesamt umfaßte die Börtebootflotte in der laufenden Saison somit acht Schiffe. Das Boot "Uranus" konnte dagegen nicht mehr auf der Helgoländer Reede gesichtet werden (-1 gegenüber 2014).

 

 

 

Die Flotte im Detail

 

 

Der "Halunder Jet" steuert die Insel unverändert täglich von Hamburg und Cuxhaven an, an fünf Tagen pro Woche auch von Wedel. Zudem kommen Zusatzfahrten von und nach Cuxhaven Sonntags in der Hochsaison und zu Feiertagen sowie auch einige Windpark-Sonderfahrten. Nach Abschluß der Munitionssuche im Südhafen aufgrund des Ausbaus der Insel zum Offshore-Stützpunkt kann man in diesem Jahr wieder die westliche Hafenmole betreten, von der dieses Foto entstand.

 

 

 

Nicht nur vor dem Roten Felsen photogen: Der "Halunder Jet" von Helgoland heimkehrend bei Lühe im Alten Land.

 

Dientags und Donnerstags (an diesen Tagen unverändert ohne Halt und Wedel) wurde die Abfahrt auf Helgoland von 16:45 Uhr im letzten Jahr auf 17:00 Uhr verschoben, um den Passagieren einen noch etwas längeren Inselaufenthalt zu ermöglichen.

 

 

Steht man direkt vor dem Schiff, lassen sich in diesem Jahr zwei Besonderheiten erkennen: Erstens werben unterhalb der seitlichen Brückenfenster und auch im hinteren Bereich des Brückendecks pro Seite jeweils zwei große Aufkleber für die Olympia-Bewerbung Hamburgs im Jahr 2024. Im letzten Jahr befanden sich hier noch Hinweise auf des Reedereijubiläum "30 Jahre Helgolandverkehr". Zweitens wurde das Unterwasserschiff beim letzten Werftaufenthalt im Frühjahr in roter Farbe lackiert. Dies ist besonders gut an den Wulstnasen zu erkennen.

 

 

 

 

Der verspäteten Fertigstellung des Neubaus M/S Helgoland verdankt die "Atlantis", noch einmal eine komplette Sommersaison auf der Cuxhaven-Route eingesetzt zu werden. Wenn dann ab der Inbetriebnahme des Neubaus die Fracht im Südhafen gelöscht wird, ist auch die für Helgoland so charakteristische Verladung der Post per Kran auf der Reede Geschichte. In dieser Sommersaison hat FRS Helgoline die "Atlantis" nicht mehr von der Reederei Cassen Eils gechartert, d.h. die Reederei Eils wickelt ab diesem Jahr, mit Ausnahme der Katamaranverbindung, den Verkehr von Cuxhaven ganzjährig ab. Äußerlich ist dies an dem fehlenden Helgoline-Symbol am Schornstein zu erkennen und natürlich auch an der nicht mehr vorhandenen Helgoline-Reedereiflagge.

 

 

 

 

 

In der fünften Saison ist die "Fair Lady" auf der Bremerhaven-Route im Einsatz, allerdings wurde der bisher statische Fahrplan etwas aufgeweicht und auch andere Abfahrtsorte gewählt. Hier sind insbesondere die Hooksiel-Termine zu nennen, die trotz der Einstellung der Wilhelmshaven-Verbindung erhalten blieben und die M/S Fair Lady von M/S Helgoland (ex-Westfalen) übernahm. Aber auch an exotischere Abfahrtsorte wie Norderney oder Spiekeroog, die man lange nicht mehr im Fahrplan eines Helgoland-Schiffes finden konnte, traute man sich mit der "Fair Lady" heran. Hierbei dürfte eine Rolle gespielt haben, daß Reederei Eils in diesem Jahr die Cuxhaven-Verbindung mit M/S Atlantis selbst betreibt und man bei Tagen mit fehlender Bremerhaven-Verbindung die Passagiere über Cuxhaven mit direktem Busanschluß in die Stadt an der Wesermündung leiten kann.  

 

 

 

 

 

Der Fahrplan der "Funny Girl" auf der Büsum-Verbindung wurde in diesem Jahr variiert. Statt 16:00 Uhr macht sich die "Funny Girl" Samstags nun erst um 17:30 Uhr auf den Rückweg Richtung Meldorfer Bucht. Somit steht ein um 90 Minuten verlängerter Inselaufenthalt zur Verfügung. Die Zwischenzeit wurde anfangs noch für eine Mittagstour nach und von Cuxhaven genutzt.

 

 

 

 

 

Keine Veränderungen hat dagegen die andere Büsum-Verbindung mit M/S Lady von Büsum erfahren. Wie im letzten Jahr wird Helgoland täglich mit einem konstanten Fahrplan angelaufen.

 

 

 

 

Nachspielzeit

 

Im letzten Jahr stellte sich die Frage, ob die "Atlantis" in dieser Sommersaison überhaupt noch einmal im Helgoland-Verkehr in Fahrt kommt oder ob direkt zu Saisonbeginn der Neubau M/S Helgoland auf der Hauptverbindung von und nach Cuxhaven die Nachfolge der "Atlantis" antreten wird. Nachdem das neue Schiff zu Beginn des Jahres auf der Fassmer-Werft in Berne allmählich Gestalt annahm, schien man sich tatsächlich auf die Indienststellung des Neubaus zum Saisonbeginn einstellen zu können. Auf der hinteren Umschlagseite des Helgoländer Gastgeberverzeichnisses wirbt die Reederei Cassen Eils mit dem Slogan "Neues Schiff ab Mai 2015" und im Grußwort dieses Verzeichnisses steht, daß sich Helgolandfreunde ab Mai 2015 auf ein neues Kreuzfahrterlebnis freuen können, wenn die Reederei Cassen Eils ihr neues Helgoland-Schiff in Dienst stellen wird. Ende Februar 2015 stellte sich jedoch heraus, daß der Zeitplan zu optimistisch war und das neue Schiff im Mai den Helgoland-Verkehr noch nicht hätte aufnehmen können. Die "Atlantis" wurde einmal mehr für den Saisonstart vorbereitet und die Indienststellung des Neubaus für Juni 2015 in Aussicht gestellt. Erstmals seit Außerdienststellung der "Wappen von Hamburg" wurden auch Helgoland-Fahrten von Hamburg aus mit einem Seebäderschiff angekündigt. Reservierungen für die erste Fahrt ab Hamburg, die am 4. Juli 2015 stattfinden sollte, waren ab Anfang Dezember 2014 möglich. Termine für die Taufe oder die Aufnahme des Verkehrs ab Cuxhaven wurden zunächst nicht genannt. Obwohl es dem Vernehmen nach zügig voran ging, der Neubau am 8. Mai 2015 die Werfhalle verließ und vier Tage später am Ausrüstungskai bei Fassmer erstmals Wasser unter dem Kiel hatte, wurde Mitte Mai 2015 der Termin für die erste Hamburg-Fahrt vom 4. Juli auf den 25. Juli verschoben. Etwa zur gleichen Zeit wurde der Termin der Taufe auf den 18. Juli festgelegt. Anfang Juli 2015 gab Reederei Eils bekannt, daß der sogenannte "Booster-Betrieb für die schnellere Fahrt noch Erprobungen und Einstellungen der elektronischen Steuerung sowie der LNG-Motoren" erfordert. M/S Helgoland werde den Liniendienst von Cuxhaven und Hamburg nach Helgoland dadurch erst im August 2015 aufnehmen können. Am Termin der Taufe am 18. Juli wurde aber festgehalten. Am 13. Juli konnte man Presseberichten entnehmen, daß nun auch der Termin für die Taufe nicht zu halten sei, ein neues Datum wurde zunächst nicht bekannt. Die Termine für die Hamburg-Fahrten wurden in der zweiten Juli-Hälfte von der Eils-Homepage entfernt und der Termin für den Start ab Cuxhaven wurde dort von Sommer zunächst auf Spätsommer, dann auf Herbst 2015 korrigiert. Bereits zu diesem Zeitpunkt konnte man also davon ausgehen, daß die "Atlantis" die gesamte Sommersaison durchfahren wird. Mittlerweile ist der Termin von Herbst 2015 auf 2015 (ohne Monats- oder Jahreszeitangabe) korrigiert worden.

 

Hier nun noch einmal Bilder der "Atlantis" im Helgoland-Verkehr, die man der ursprünglichen Planung nach in dieser Saison eigentlich gar nicht mehr hätte machen können:   

 

 

 

 

Die "Atlantis" steht zum Verkauf, die Tage des immer noch aktuellen Flaggschiffes der Helgoland-Flotte sind also gezählt. Zumindest im Juni 2015 gab es aber noch keinen ernsthaften Interessenten, der sein Augenmerk auf das Schiff geworfen hatte (Quelle: Helgoländer Nr. 612, Seite 5).

 

 

 

Fahrplanwesen

 

Die beiden Stecktafeln, die bisher die Abfahrten der Seebäderschiffe angezeigt haben, seit fast vier Jahrzehnten eine Institution auf der Helgoländer Landungsbrücke, haben ausgedient und wurden zu Beginn der Sommersaison gegen Magnettafeln ausgetauscht. Im Bericht über den Saisonauftakt wurde auf nordreport.de erwähnt und gezeigt, daß im April 2015 noch die alten Abfahrtstafeln vorhanden waren und Anfang Mai dann eine "Zwischenlösung" zum Einsatz kam, bevor anschließend die endgültigen Exponate (Abbildung links) montiert wurden. Wir schon bei den bisherigen Stecktafeln sind auch die beiden neuen Magnetbretter nicht identisch ausgeführt. So sind z.B. die Abfahrts- und Treppenbezeichnungen auf der nördlichen Tafel der Landungsbrücke in gelb gehalten, auf der südlichen in weiß. Die alten Stecktafeln sind indes ein Stück Historie des Helgoländer Seebäderverkehrs und hätten einen Platz im Museum der Insel verdient.

 

Die Abbildung oben zeigt die Abfahrtstafel für die Seebäderschiffe auf der Helgoländer Landungsbrücke im Normalzustand, d.h. wenn alle Verbindungen planmäßig durchgeführt werden können. Durch die Einstellung der Wilhelmshaven-Verbindung mit M/S Helgoland (ex-Westfalen) steht auf der Ladungsbrücke im Vergleich zum Vorjahr eine Treppe mehr zur Verfügung. Die bisher M/S Helgoland zugewiesene Treppe 5 wird nun von der "Lady von Büsum" genutzt. Im letzten Jahr nutzte die "Lady von Büsum" noch die Treppe 4, den mittleren Bereich der Auslegerbrücke, der jetzt nicht mehr gebraucht wird. Die Abfahrtszeit der "Lady von Büsum" ist unverändert 15:45 Uhr. Die "Fair Lady" und die "Funny Girl" behalten ihre Treppen 6 und 7, das letzte Boot zur "Fair Lady" fährt allerdings in diesem Jahr 10 Minuten eher ab, was eine geringfügige Verkürzung des Inselaufenthaltes bedeutet. Bei der "Atlantis" bleibt fast alles beim alten hinsichtlich der Abfahrtstreppe und -zeit. Lediglich die von FRS Helgoline initiierten langen Inselaufenthalte Montags und Mittwochs um 17:10 Uhr verschwanden in 2015 aus dem Fahrplan. Was man allerdings auf der Abfahrtstafel nicht sieht, ist die täglich um 15 Minuten frühere Ankunft auf der Helgoländer Reede in Folge einer um 15 Minuten vorgezogenen Abfahrt in Cuxhaven. Längere Inselaufenthalte sind prinzipiell zu begrüßen, allerdings gibt es hinsichtlich der veränderten Fahrzeit der "Atlantis" auch kritische Stimmen. Einerseits ist der Anschluß der Zugverbindung von Hamburg und Stade bei einer Übergangszeit von jetzt nur noch 24 Minuten in Cuxhaven zwischen Bahnhof und Fährhafen ein Vabanquespiel und andererseits trifft die "Atlantis" planmäßig jetzt fast zeitgleich mit der "Fair Lady" ein. Bei starkem Besucherzuspruch kommen die Börteboote beim zeitgleichen Ausbooten beider Schiffe an die Kapazitätsgrenze. Das Ausbooten dauert dadurch länger und der eigentlich ausgedehnte Inselaufenthalt wird dadurch aufgezehrt. Vermutlich war die veränderte Fahrzeit auf der Cuxhaven-Route im Vorfeld bereits für den Neubau ausgelegt, der ja im Südhafen festmachen sollte und keine Börteboote mehr gebraucht hätte, dann aber bekanntlich nicht in Fahrt kam.

 

  

 

Nicht verändert dagegen zeigt sich die Abfahrtstafel am Nord-Ost-Hafen, die zum Einsatz kommt, wenn die Seebäderschiffe auf der Nordreede vor Anker gehen.

 

Generell hat die Landungsbrücke in diesem Jahr weiter an Bedeutung eingebüßt. Zunächst laufen in diesem Jahr nur noch vier Seebäderschiffe die Reede an, zudem wird von diesen vier Schiffen aber auch immer mehr auf den Nord-Ost-Hafen und auf den Südhafen ausgewichen. Häufig sind dafür wettertechnische Gründe verantwortlich, aber auch andere logistische Ursachen wie z.B. hohes Frachtaufkommen bei der "Atlantis" oder "größere Gruppen mobilitätseingeschränkter Gäste". 

 

 

 

 

Samstags spielte sich in diesem Jahr ab dem 4. Juli eine fahrplantechnische Besonderheit ab: Die "Funny Girl" absolvierte nach der Hinfahrt aus Büsum eine Mittagstour nach und von Cuxhaven mit einer Blitzwende an der Alten Liebe (Ankunft und Abfahrt in Cuxhaven wurden im Fahrplan zeitgleich angegeben). Während der Helgoländer Liegezeit im normalen Büsum-Fahrplan ist die Mittagfahrt nach Cuxhaven trotz der Schnellwende nicht unterzubringen. Daher wurde die Rückfahrt nach Büsum von 16:00 Uhr auf 17:30 Uhr zu Gunsten eines längeren Inselaufenthaltes für Büsumer Tagesgäste verlegt. Bei den Abbildungen vom 18.07. (oben) und vom 08.08.2015 (unten) handelt es sich in beiden Fällen um Samstage. Am 18.07. wurden auf der Informationstafel noch beide Ziele der "Funny Girl" angezeigt, jedoch ohne Angabe der Abfahrtstreppe. Ein Informationsblatt macht zudem auf den unkonventionellen Samstags-Plan der "Funny Girl" aufmerksam. Im August ist man dazu übergegangen, nur ein Fahrtziel anzuzeigen. Vormittags zeigte die Tafel das Ziel Cuxhaven mit Abfahrt um 12:30 Uhr. Hatte die "Funny Girl" die Reede das erste Mal an diesem Tag verlassen, wurde das Ziel in Büsum mit Abfahrt um 17:30 Uhr geändert. Für beide Samstags-Fahrten wurde das Schiff über die Treppe 5 eingebootet, anders als an allen anderen Wochentagen. Das Namensschild der "Funny Girl" über der Treppe wurde mit dem der "Lady von Büsum" getauscht, der Samtags der Treppe 7 zugewiesen wurde. Vermutlich hatte der Tausch die Ursache, daß das Einbooten für die Rückfahrt nach Büsum um 17:30 Uhr wegen des kurzen Aufenthalts der "Funny Girl" auf der Helgoländer Reede unter großem Zeitdruck erfolgte und die Treppe 5 ein schnelleres Einbooten ermöglicht, da es sich bei der Treppe 5 um die Auslegerbrücke handelt und die Börteboote hier auch noch zusätzlich auf der Außenseite (eigentlich Treppe 3) Passagiere aufnehmen können. Es zeigte sich jedoch, daß bei ungünstiger Tide der Zeitplan trotzdem nicht zu halten war. Am 8. August traf die "Funny Girl" z.B. von Cuxhaven kommend erst um 17:40 Uhr auf der Helgoländer Reede ein. Die Abfahrt nach Büsum erfolgte dann um 18:10 Uhr. Bei günstiger Tide paßte es allerdings fahrplantechnisch auf die Minute. 

 

 

 

 

M/S Funny Girl auf einer Mittagsfahrt von Cuxhaven nach Helgoland.

 

Ursprünglich hatte man vor, die Mittagstouren nach und von Cuxhaven mit M/S Funny Girl bis zum 26.09.2015 durchzuführen. Die letzte Fahrt fand jedoch bereits am 15.08.2015 statt. Am 22. August blieb die "Funny Girl" nach der Hinfahrt aus Büsum auf der Helgoländer Reede liegen. Ein Blick auf den Online-Fahrplan offenbarte, daß die Mittagsfahrt plötzlich kommentarlos entfernt worden war. Möglicherweise war das Fahrgastaufkommen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Am 8. August nutzten nur etwa 25 Gäste die Fahrt nach Cuxhaven, in Gegenrichtung war die "Funny Girl" an diesem Tag sogar nur mit ca. 15 Passieren unterwegs.

 

 

 

Der mit Abstand besucherstärkste Tag des Jahres 2015 mit 3.462 Besuchern war der 13. August. Im Vorjahr lag der Topwert fast 500 Zähler höher (06.08.2014).

 

 

Am 13. August wurde über den Nord-Ost-Hafen aus- und eingebootet, allerdings nicht die "Fair Lady". Diese machte aus nicht überlieferten Gründen im Südhafen fest.

 

 

 

Auf der Informationstafel am Dünenanleger konnte man am 13. August noch ganz andere Nachrichten erfahren: Hier wurde nicht die "Fair Lady" in den Südhafen verfrachtet, sondern fälschlich die "Lady von Büsum".

 

 

 

Planmäßig auf dem Programm standen im Jahr 2015 auch wieder die Ausflugsfahrten des "Halunder Jet" zum Windpark "Meerwind Süd / Ost".

 

 

Am 18. August erwischte Uwe Vogt den "Halunder Jet" auf dem Weg zum Windpark, als er sich den Weg durch die an diesem Tag mal wieder auf der Nordreede ankernden Seebäderschiffe bahnte.

 

 

 

Aufgrund von Windstärken bis zu 8 Beaufort, tagsüber von Süd auf West drehend, mußte man am 25. August einen Komplettausfall der Flotte befürchten. Überraschend wurden aber die Fahrten der "Atlantis", der "Fair Lady" und des "Halunder Jet" durchgezogen. Der Katamaran und die "Fair Lady", auf Sonderfahrt von Hooksiel, waren an diesem Tag ausgebucht.

 

 

Der Horizont ist waagerecht, d.h. nicht die Kamera ist schief, sondern das Schiff:

Die "Fair Lady" arbeitete sich am 25. August bei schwerer See zur Insel durch.

 

Auch der "Halunder Jet" trotzte an diesem Tag den Wellen der Nordsee und wurde ordentlich durchgeschüttelt.

 

 

Zwischen Helgoland und Cuxhaven konnte aufgrund des Seegangs der Gastronomie-Service nicht aufgenommen werden. Das Kaffeegedeck hätte sich ohnehin nicht mehr auf dem Tisch gehalten. Hinter Cuxhaven schmeckte der Kuchen dann wieder.

 

 

 

 

Da mußten die Schiffe am 25. August vor Helgoland durch.

Die Passagiere auf den Schiffen auch ...

 

 

 

Am 24. August verkeilte sich der Steuerbord-Anker der "Lady von Büsum" auf dem Meeresgrund der Nordsee.

Nach Ende des Einbootens mußte die Ankerkette auf der Nordreede durchtrennt werden.

 

 

Das obige Bild zeigt das Schiff ohne Steuerbord-Anker auslaufend Helgoland. Die Abfahrt verzögerte sich um ca. 30 Minuten. Der Anker samt Kette wurde mit einer orangefarbigen Boje gekennzeichnet. 

 

 

 

Am 4. September kam es auf Helgoland zu einem Hafenfest. Dazu hatten einige Schiffe zum "Open Ship" geladen.

 

 

Dabei waren das Mehrzweckschiff "Neuwerk" vom Wasser- und Schiffahrtsamt Cuxhaven, der Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede" der DGzRS und auch die Windparkversorger "Gesa" und "Seewind I". Auf dem Bild oben ist der Fahrgastbereich der "Seewind I" zu erkennen. Aufgrund der für einen Windparkversorger vergleichsweise großzügigen Ausmaße des Passagierbereichs wird deutlich, daß es sich bei diesem Schiff ursprünglich um einen ausschließlich im Personenverkehr eingesetzten Katamaran gehandelt hat, der erst später für den Versorgungsbetrieb umfunktioniert wurde. Das Schiff wurde unter dem Namen "Namdalingen" bis 2011 in Norwegen eingesetzt und absolvierte Pfingsten 2014 öffentliche Sonderfahrten von Pellworm aus nach Helgoland.

 

Aufgrund des Hafenfestes wurde der Aufenthalt des "Halunder Jet" und der "Funny Girl" auf Helgoland verlängert (von 16:30 auf 18:00 Uhr und von 16:00 auf 18:30 Uhr). Die "Funny Girl" ankerte zudem nicht auf der Reede, sondern lief in den Südhafen ein.

 

 

 

Am 29. Juni konnte die "Atlantis" die Fahrt von Cuxhaven aufgrund eines technischen Defekts nicht antreten. Als Ersatz absolvierte die "Funny Girl" eine Mittagstour nach und von Cuxhaven analog zum Samstagsfahrplan ab 4. Juli. Auch am 26. August war die "Atlantis" schadhaft. Allerdings sorgte man in diesem Fall anderweitig für Ersatz. Die "Fair Lady" wurde kurzfristig von der für den 26. August geplanten Sonderfahrt aus Norderney offiziell witterungsbedingt abgezogen und auf die Cuxhaven-Verbindung umgeroutet. Die Überführung der "Fair Lady" nach Cuxhaven erfolgte nicht von Bremerhaven, sondern direkt von Hooksiel, da am 25. August von dort eine Sonderfahrt auf dem Programm stand. Die "Fair Lady" nutzte in Cuxhaven die Alte Liebe, da der Fährhafen durch die "Atlantis" besetzt war. Zwischen Cuxhaven und Bremerhaven wurde ein Bus-Shuttle eingerichtet. Die "Fair Lady" übernahm beim Einbooten die Treppe 3 von der "Atlantis". Ein Zeugnis dieser seltenen Fahrplankonstellation zeigt die Abbildung rechts. Weil die "Atlantis" auch am 27. August noch nicht verkehren konnte, sah die Situation am Folgetag genauso aus.

Da der "Atlantis" abermals am 20. September die Puste ausging, wurde die "Fair Lady" einmal mehr als Ersatz nach Cuxhaven beordert, dieses Mal aus Bremerhaven. Die Bremerhaven-Fahrt fiel dadurch naturgemäß erneut aus.

 

 

 

Darüber hinaus kam es in der Sommersaison noch zu einigen weiteren fahrplantechnischen Besonderheiten:

 

Am 1. Juli absolvierte der "Halunder Jet" eine nicht öffentliche Sonderfahrt von Cuxhaven zu den Windparks rund um Helgoland, ohne auf Helgoland anzulegen. Die Überführung zwischen Hamburg und Cuxhaven erfolgte in den frühen Morgen- sowie in den Abendstunden.

 

Am 30. August wurde die Büsum-Fahrt der "Funny Girl" aufgrund eines technischen Defekts abgesagt.

 

Am 5. und 6. September kam es aufgrund einer Sturmwetterlage zu einem doppelten Komplettausfall der Helgoland-Flotte. Da der 5. und 6. September ausgerechnet auf einen Samstag und Sonntag fielen, war die Insel das gesamte Wochenende auf dem Seeweg nicht erreichbar. Am 7. September führte der "Halunder Jet" deshalb eine Zusatzfahrt analog zu den normalerweise an Sonntagen durchgeführten Mittagstouren durch, um die während des Wochenendes aufgestauten Rückreiseurlauber zum Festland zu bringen. Weitere Komplettausfälle ohne Schiffsverkehr gab es übrigens am 2. Juni, 8., 9. und 30. Juli sowie am 17. September. Am 26. Juli verkehrte der "Halunder Jet" witterungsbedingt nur für Übernachtungsgäste mit einer Ankunft auf Helgoland erst um 15:00 Uhr. Die Rückfahrt erfolgte planmäßig um 16:30 Uhr.  

 

 

 

Und noch eine letzte Meldung zum Thema "Fahrplanwesen":

 

Seit dem 20. August 2015 gibt es erstmalig wieder seit 2001 eine Fährverbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven. Für den nördlichen Unterelberaum besteht dadurch wieder die Möglichkeit, bequem das Helgolandschiff ab Cuxhaven zu erreichen. Am 30. August 2015 nutzte der von Cassen Eils georderte Shuttle-Bus die neue Elbfähre, um die wegen des Ausfalls der "Funny Girl" über Cuxhaven umgeleiteten Passagiere nach Büsum zu bringen.

 

 

Die neue Elbfähre "Muhumaa" vor Cuxhaven, auf diesem Foto noch mit der alten estnischen Aufschrift am Schiffsrumpf. Inzwischen wurde das Logo in elb-link.de geändert. Das auch auf dieser Linie eingesetzte Schwesterschiff heißt "Saaremaa".

 

 

 

Ostfriesland-Renaissance

 

Auch wenn die Wilhelmshaven-Verbindung mit M/S Helgoland (ex-Westfalen) nicht mehr angeboten wurde, konnten sich die Sonderfahrten ab Hooksiel im Fahrplan halten. Die "Fair Lady" übernahm in diesem Jahr sechs geplante Fahrten von der "Helgoland" ab Hooksiel. Die Bremerhaven-Fahrten fielen an diesen Tagen aus.

 

 

Die "Fair Lady" in diesem Jahr erstmalig in Hooksiel.

 

 

 

Die Fahrten der "Fair Lady" aus Hooksiel waren nach dem Rückzug der "Helgoland" quasi erwartet worden. Überraschender waren da schon die Sonderfahrten aus Spiekeroog und Norderney, die seit Jahren kein Helgolandschiff mehr gesehen hatten (Spiekeroog: 2007; Norderney: 2008), und zu einer kleinen Ostfriesland-Renaissance führten. Terminlich waren die Fahrten aus Spiekeroog und Norderney an die Hooksiel-Touren gekoppelt. So fanden die Fahrten von den ostfriesischen Inseln jeweils einen Tag nach den Hooksiel-Terminen statt, um Leerfahrten aus Bremerhaven zu vermeiden.

 

 

Die neue Magnettafel war sogar gleich für den Zielhafen Spiekeroog vorbereitet worden (11.08.2015). An Tagen, an denen die "Fair Lady" Hooksiel, Spiekeroog oder Norderney anlief, konnte der Stammhafen Bremerhaven durch die "Fair Lady" natürlich nicht bedient werden. Die Tafel informiert in solchen Fällen, daß ein Bustransfer über Cuxhaven nach Bremerhaven eingerichtet ist.

 

 

 

Etwas provisorischer präsentierte sich noch das Abfahrtsschild nach Spiekeroog an der Treppe zu den Börtebooten, auf dem im Normalfall unter den Namen "Fair Lady" der Zielhafen Bremerhaven steht.

 

 

 

Etwas unglücklich verlief die Norderney-Exkursion aufgrund der Tatsache, daß von drei geplanten Fahrten nur eine durchgeführt werden konnte. Die Touren am 28. Juli und 26. August wurden witterungsbedingt abgesagt.

 

 

 

125 Jahre deutsch

 

Am 10. August wird alljährlich die am 10.08.1890 durchgeführte Übergabe Helgolands an das Deutsche Reich gefeiert. Im Jahr 2015 jährte sich dieses Jubiläum zum 125. Mal. Aus diesem Anlaß wurde vor der Wiederkehr dieses Gedenktages eine sogenannte Geschichtswoche auf Helgoland abgehalten und mehrere kulturelle Veranstaltungen als Erinnerung an die Kolonialzeit ausgerichtet. 

 

 

Überall auf der Insel wurden rund um Jahrestag der Zugehörigkeit zu Deutschland die Helgoland-Flaggen in einer besonderen Variante gehißt (Foto oben). Im unteren weißen Bereich der Flagge ist in rot die Silhouette der Insel abgebildet mit dem in helgoländer Sprache verfaßten Schriftzug "125 Djooar" (125 Jahre). Auch die Helgoland anlaufenden Personenschiffe und die Börteboote waren mit dieser Jubiläumsflagge unterwegs.

 

 

 

Die Reede am 10. August 2015, dem 125. Jahrestag der Zugehörigkeit zu Deutschland, vom Falm:

 

 

"Lady von Büsum", "Funny Girl", "Fair Lady" und "Atlantis" (v.l.).

 

 

Aus einer anderen Perspektive von der Mole des Südhafens an diesem besonderen Tag:

 

 

 "Atlantis", "Lady von Büsum", "Funny Girl" und "Fair Lady" (v.l.).

 

 

 

Information auf der Landungsbrücke über die Schiffsverbindungen am 10. August:

 

 

An diesem Tag gingen 2.826 Besucher in die Statistik ein. Die "Fair Lady" absolvierte eine Sonderfahrt aus Hooksiel, Bremerhaven wurde nur über einen Shuttlebus via Cuxhaven angebunden. Im Vergleich zur Abfahrt nach Bremerhaven erfolgt die Abreise nach Hooksiel immer 40 Minuten später, also erst um 16:30 Uhr. 

 

 

 

Zum Abschluß der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125. Jahrestag erfolgte am 10. August am späten Nachmittag die traditionelle Börteboot-Regatta, die übrigens nicht nur zu diesem besonderen Jahrestag ausgerichtet wurde, sondern grundsätzlich am 10. August eines jeden Jahres seit dem Wiederaufbau der Insel - in diesem Jahr zum 61. Mal.

 

 

Eigens für die Regatta wurden wieder einige ehemalige Börteboote nach Helgoland geholt, die in früheren Zeiten einmal im Anlandungsbetrieb der Insel tätig waren. Hier sind die Boote "Freya", "Störtebeker", "Meedland" (ex-Noctiluca, ex-ex-Maria) und "Frauke" (v.l.) am Nachmittag des Regattatages im Helgoländer Binnenhafen zu sehen. Deutlich kann man die unterschiedlichen Bauformen der Boote erkennen.

 

 

 

 

Vor der Einfahrt zum Dünenhafen kämpfen die Börteboote um die Positionen.

Das Boot "Hamborger Lock" schied mit Maschinenschaden aus und erreichte das Ziel nicht.

 

 

 

Vor 25 Jahren wurde der Jahrestag der Zugehörigkeit noch umfangreicher abgehalten. Da es sich damals um das runde 100. Jubiläum handelte, erscheint dies auch einleuchtend. Da die Insel im Jahr 1990 aber noch deutlich mehr Tagesgäste anlockte, die mit einer heute kaum noch vorstellbaren Flotte von Seebäderschiffen anreisten, hatte der Jahrestag 1990 eben auch aus einem anderen Grund einen noch größeren Stellenwert.

Grund genug, ein Vierteljahrhundert zurückzublicken: 

 

 

Die Reede am 10. August 1990, dem 100. Jahrestag der Zugehörigkeit zu Deutschland, vom Falm:

 

 

"Wappen von Hamburg", "Lady von Büsum", "Helgoland", "Wilhelmshaven", "Seute Deern", "Funny Girl", "Pidder Lyng", "Harlingerland" und "Frisia III" (v.l.): Die Anzahl der Schiffe war in den 60er- und 70er-Jahren ein gewohntes Bild auf der Helgoländer Reede. Danach ging die Quantität der Helgoland anlaufenden Seebäderschiffe langsam zurück, so daß im Jahr 1990 noch einmal neun Schiffe vor der Insel als außergewöhnlich anzusehen sind. Der 10. August 1990 war bis heute der letzte Tag, an dem neun Seebäderschiffe auf der Reede ankerten. Da der Schiffsname "Helgoland" häufiger vergeben wurde, sei zur besseren Einordnung dieses Schiffes der Hinweis erlaubt, daß es sich bei der oben abgebildeten "Helgoland" (3.v.l.) um die frühere "Alte Liebe" der HADAG handelt. Die "Lady von Büsum" war 1990 zudem noch nicht das zweite Mal verlängert worden, so daß sie sich zum Zeitpunkt der Aufnahme vom heutigen Aussehen unterscheidet.     

 

 

 

Abfahrtstafel vom 10.08.1990 (tagsüber) auf der Helgoländer Landungsbrücke (Rekonstruktion auf Basis eigener Aufzeichnungen).

 

Die Vielfalt auf der Helgoländer Reede spiegelt sich auch auf der Abfahrtstafel wider. Neben den großen Küstenhäfen waren auch Ost- und Nordfriesland damals noch wie selbstverständlich vertreten und aus Büsum kamen gleich drei Schiffe. Da es sich am 10. August um einen Freitag gehandelt hat, kam die "Wappen von Hamburg" morgens planmäßig schon aus Hamburg. Die Bezeichnung der Treppen bezieht sich auf die Landungsbrücke vor dem Umbau und ist mit den Angaben von heute nicht mehr vergleichbar. So wurde 1990 die Auslegerbrücke komplett als Treppe 3 bezeichnet (heute 3, 4, 5), und vor der Auslegerbrücke Richtung Brückenkopf befanden sich auf der westlichen Brückenseite noch drei Treppen, die als 4, 5 und 6 bezeichnet wurden (heute nur noch zwei Treppen namens 6 und 7). 1990 gab es auch auf der östlichen Brückenseite direkt hinter dem Brückenkopf noch eine Treppe, die als Nummer 7 bezeichnet wurde. Diese war aber damals schon baufällig und nicht mehr in Betrieb. Die Treppe 2 befindet sich heute noch an der gleichen Stelle wie 1990. Diese Treppe wird traditionell für den Dünenverkehr vorgehalten. Bei starkem Besucheransturm wurde die Treppe 2 aber bis in die 90er-Jahre auch immer wieder für das Einbooten zu den Seebäderschiffen genutzt. War dies der Fall, wurde überwiegend die "Frisia III" der Treppe 2 zugeordnet. Die zudem auf der Tafel verzeichneten Seebäderschiffe "Klaar Kiming" und "Harle Express" liefen 1990 auch noch vereinzelt die Insel an, nicht jedoch am 10. August. Bei der "Klaar Kiming" handelt es sich übrigens nicht um die auf Usedom aufgelegte "Kloar Kimming" der Adler Reederei (ex-Pidder Lyng), sondern um das Vorgängerschiff der W.D.R. mit ähnlichem Namen (friesisch: klarer Horizont).

 

 

 

 

Auszug der Abfahrtstafel vom 10.08.1990 (abends) auf der Helgoländer Landungsbrücke (Rekonstruktion auf Basis eigener Aufzeichnungen).

 

 

 

In den 80er- und 90er-Jahren war es zur Gewohnheit geworden, daß mindestens ein Seebäderschiff zum Inselfest am 12. Juli auch abends Gäste zur Insel brachte. Zum 100. Jahrestag der Zugehörigkeit zu Deutschland knüpfte man an diese Tradition an. Die "Wappen von Hamburg" von Cuxhaven und die "Funny Girl" machten sich an diesem Tag ein zweites Mal auf den Weg zur Insel, um dann den Passagieren nach dem Ausbooten gegen 22:00 Uhr die Möglichkeit zu geben, an den Feierlichkeiten auf Helgoland teilzunehmen. Nach dem Einbooten, das gegen Mitternacht beendet war, konnten die Gäste das große von der Insel gezündete Feuerwerk von den beiden Schiffen beobachten, ehe die Rückfahrten zur Küste erfolgten. Die "Helgoland" aus Bremerhaven war, anders als bei diversen Inselfesten, am 10. August 1990 nicht zu einer Abendfahrt nach Helgoland gestartet. Der "Wappen von Hamburg" wurde an diesem Tag ein strammes Pensum abverlangt: Bereits um 7:00 Uhr legte das Schiff im Rahmen einer Traditionsfahrt in Hamburg ab, die Abfahrt in Cuxhaven erfolgte um 11:00 Uhr mit 30 Minuten Verspätung. Aufgrund der hohen Besucherzahl war das Ausbooten vor Helgoland erst um 13:50 Uhr beendet. Auf der Rückfahrt (pünktlich 16:20 Uhr ab Helgoland) wurden in Cuxhaven gleich zwei Anleger angelaufen - der Stammanleger im Fährhafen (an 19:15 Uhr) und vorher auch noch das Steubenhöft (an 18:45 Uhr), da 1990 noch der direkte Sonderzug nach Hamburg ab Steubenhöft für die Fahrgäste der Traditionsfahrt verkehrte. Ab 20:00 Uhr erfolgte dann die schon beschriebene Abendfahrt ab Cuxhaven Fährhafen.     

 

 

 

 

 

Die Besucherzahl wurde 1990 noch nicht an den Abfahrtstafeln für die Seebäderschiffe angezeigt, sondern auf einer Informationstafel für die Dünenfähre rechts neben dem Eingang zur Fährkasse. Am 10. August 1990 weist diese Informationstafel 6767 Besucher aus - für das Jahr 1990 eine bemerkenswerte Zahl (im Foto in der Ecke unten links). Mit den Abendfahrten kamen aber noch einmal 1510 Gäste hinzu - insgesamt also 8277 Besucher! Allein auf die "Wappen von Hamburg" entfielen an diesem Tag 3061 Passagiere! Mit Übernachtsgästen und Insulanern waren somit deutlich über 10.000 Menschen auf der Insel.

 

 

Der Blick auf die Reede am 10.08.1990, die Abfahrtstafeln auf der Landungsbrücke und die Besucherzahlen machen ohne Zweifel die herausragende Bedeutung dieses Tages deutlich. 25 Jahre später ist man etwas bescheidener geworden.

 

 

 

 

 

 

Der von Besuchern umringte Musik-Pavillon während der Jubiläumsfeierlichkeiten am 10.08.1990.

Rudolf Seiters als Chef des Bundeskanzleramtes und Björn Engholm als Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein waren als Ehrengäste geladen und würdigten in Festreden vom Musik-Pavillon aus die 100-jährige Zugehörigkeit zu Deutschland.

Hinter der Landungsbrücke in der Mitte die "Frisia III" und rechts im Hintergrund das Windkraftwerk im Südhafen, das es 1990 noch gegeben hat. An der Stelle übrigens, wo einst das Windkraftwerk stand, befindet sich heute die in Bau befindliche Pier für die Ausrüstungsschiffe zu den Offshore-Windparks.

Der Musik-Pavillon wird heute kaum noch genutzt. 2015 fanden die Festaktivitäten überwiegend in einem Zelt auf dem Rathausplatz statt. 

 

 

 

 

Festumzug am 9. August 1990: Eine ganze Insel auf den Beinen.

 

 

Der Festumzug erreicht den Südstrand.

Die Korporation der Dampferbörte trägt die Flaggen der Helgoland anlaufenden Passagierreedereien: Links vorne Cassen Eils, dahinter Warrings und AG Norden Frisia, rechts vorne Seetouristik Flensburg, dahinter die W.D.R. und die Deutsche Bundesbahn.

 

 

 

Cap San Diego

 

Am 12. August 2015 ankerte erstmals das eigentlich in Hamburg stationierte Museumsschiff "Cap San Diego" vor der Insel. Im Rahmen einer Sonderfahrt wurde die einmalige Möglichkeit geboten, das Schiff von Helgoland aus auf der Reede zu besichtigen. So gut wie alle Schiffsbereiche waren zugänglich, das Bord-Bisto war geöffnet und ehrenamtliche Seeleute standen zur Verfügung, um das Schiff zu erklären und Fragen zu beantworten.

 

 

Zeitlos elegant: Die "Cap San Diego" auf der Helgoländer Reede südwestlich der Insel.

 

 

 

 

 

Den im Besichtigungspreis von 15,- EUR inkludierten Transport auf die "Cap San Diego" übernahmen die Helgoländer Börteboote, die zwischen ca. 10:30 und 16:00 Uhr zwischen dem Schiff und der Landungsbrücke (Treppe 6) pendelten.

 

 

 

Als ein kleines Abenteuer kann das Umsteigen von den Börtebooten auf die "Cap San Diego" angesehen werden. Da die "Cap San Diego" als ehemaliges Frachtschiff keine Pforten direkt über der Wasseroberfläche besitzt, mußte das Schiff über eine steile und nicht ganz kurze Fallreepstreppe erklommen werden (Foto oben). Die anlegenden Börteboote wurden mit Holzpaletten und Fendern auf Distanz gehalten, so daß sich die Treppe zwischen dem Museumsschiff und den Börtebooten befand.

 

 

 

Auf dem Foto links ist die Prozedur des Anlegens zu sehen:

Das Börteboot "No.6" hat gerade an der "Cap San Diego" festgemacht, um Besucher des Museumsschiffes wieder zurück zur Insel zu bringen. 

 

 

 

Die Fallreepstreppe an der "Cap San Diego" mit ablegendem Börteboot noch einmal aus einer anderen Perspektive (Foto unten).

 

 

 

 

 

 

 

 

Die "Funny Girl" fuhr am 12. August erst um 16:30 Uhr ab, also 30 Minuten später als im normalen Fahrplan, um den über Büsum anreisenden Tagesgästen genug Zeit zu geben, die "Cap San Diego" zu besichtigen. Schon bei der Anfahrt auf Helgoland umkreiste die "Funny Girl" in dichter Entfernung das Museumsschiff, um ihren Passagieren attraktive Anblicke zu ermöglichen.

 

 

 

 

Helgoland vom Freideck der "Cap San Diego" aus gesehen.

 

Die "Cap San Diego" ist das größte fahrtüchtige Museums-Frachtschiff der Welt. In den Jahren 1961/62 wurde es als Stückgutfrachter für die Reederei Hamburg Süd gebaut und fuhr bis 1981 vorzugsweise nach Südamerika. Ab 1988 fungiert es als Museumsschiff an der Überseebrücke in Hamburg. Das Schiff hat eine Vermessung von 9.998 BRZ, eine Länge von 159,4 Metern und eine Breite von 21,4 Metern. Der Tiefgang beträgt maximal 8,44 Meter. Die Maschine leistet 11.650 PS und sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von 19 kn. Die "Cap San Diego" ist unter der Baunummer 785 auf der Deutschen Werft in Hamburg als letztes Schiff von sechs baugleichen Stückgutfrachtern gefertigt worden.

 

 

 

 

Formvollendet: Die "Cap San Diego" mit dem Roten Felsen und Börteboot.

 

 

 

 

 

Gegen 17:00 Uhr wurde die Rückfahrt Richtung Elbmündung angetreten.

 

 

 

Kreuzfahrtschiffe

 

Die Kreuzfahrtsaison auf Helgoland verlief im Jahr 2015 vergleichsweise unspektakulär. Es kamen weniger Schiffe als in den Vorjahren, und absolute Highlights wie der Besuch der "Deutschland" oder der "Fram" im letzten Jahr ließen sich nicht wiederholen oder gar toppen.

 

 

Am 15.08.2015, wettertechnisch ein Tag zwischen Nieselregen und Waschküche, ankerte die "Amadea" vor der Insel, zudem leider auch noch südwestlich sehr weit draußen liegend. Die "Amadea" besuchte Helgoland dieses Jahr erstmals als ZDF-Traumschiff, nachdem die in der Vergangenheit Helgoland regelmäßig anlaufende "Deutschland" diesen Status nach der Insolvenz der Reederei Deilmann verloren hatte.

 

 

Tenderboote der "Amadea" vor der Helgoländer Landungsbrücke.

 

 

 

Noch einmal zurück zu M/S Deutschland (Exkurs):

 

Nach der Insolvenz der Reederei Deilmann kam der Schiffsbetrieb der "Deutschland" im Herbst 2014 zum Erliegen, und das Schiff wurde in Gibraltar aufgelegt. Ein Verkauf des Schiffes gelang zunächst nicht, ließ sich dann aber doch am 24.03.2015 an ein US-Unternehmen realisieren. Im weiteren Verlauf wurde das Schiff auf die Bahamas umgeflaggt (Heimathafen Nassau) und verkehrt seit Herbst 2015 unter dem Namen "World Odyssey" als schwimmende Universität (Semester at Sea, University of Virginia). Überraschend kehrte die "Deutschland" zwischen dem Verkauf und dem Einsatz als schwimmende Universität noch einmal in den Kreuzfahrtdienst zurück. PLANTOURS Kreuzfahrten hatte das Schiff nämlich im Juni 2015 gechartert und für etwa zwei Monate als Ersatz für M/S Hamburg in Dienst gestellt, da die eigentlich von PLANTOURS eingesetzte "Hamburg" aufgrund eines umfangreichen technischen Defekts nicht zur Verfügung stand. Unter anderem mußte die fünftägige Kreuzfahrt der "Hamburg" durch die Deutsche Bucht abgesagt werden, die am 18.05.2015 ursprünglich auch nach Helgoland hätte führen sollen. Zu dieser Zeit stand die "Deutschland" aber noch nicht als Ersatz zur Verfügung. Auch im weiteren Verlauf der Charter gab es übrigens keinen Helgoland-Anlauf der "Deutschland" unter PLANTOURS-Farben.

 

 

M/S Deutschland unter PLANTOURS-Charter mit dem zu früheren Zeiten deutlich abgewandelten gelben Schornstein.

Das Foto anstand am 29.07.2015 in Hamburg.

Inzwischen ist bekannt geworden, daß die "Deutschland" nach Ende des Wintersemesters für "Semester at Sea" unter ihrem alten Namen zwischen Mai und September 2016 im nordeuropäischen Raum von Bremerhaven aus auf Kreuzfahrt gehen wird. Dazu wird das Schiff nicht von PLANTOURS gechartert, sondern vom Veranstalter Phoenix Reisen, der auch das oben vor Helgoland abgebildete neue ZDF-Traumschiff "Amadea" betreibt. Zudem fahren auch die "Artania" und die "Albatros" unter Phoenix-Farben, die noch dazu auf Helgoland auch keine unbekannten Gäste sind. Ein Helgoland-Besuch der "Deutschland" ist von Phoenix Reisen aber planmäßig leider nicht vorgesehen.       

 

 

 

Inselrundfahrten

 

Über Jahrzehnte wurden die weißen Börteboote, die täglich im Anlandungsbetrieb tätig waren, auch für meist einstündige Inselrundfahrten eingesetzt. Ab diesem Jahr geht man neue Wege.  

 

 

Inselrundfahrten werden in dieser Saison mit dem Katamaran "Wight Huntress II" durchgeführt. Die Rundfahrten erfolgen mehrmals am Tag ab Landungsbrücke und dauern etwa eine Stunde. Der Heimathafen der "Wight Huntress II" ist Portsmouth, daher die Handelsflagge des Britischen Königreichs am Heck. Eingesetzt wird das Schiff von EMTransporte.

 

 

Auch der blaue "Ede K" ist in diesem Jahr in der Inselrundfahrt aktiv. Die Rundfahrten finden auch hier mehrmals pro Tag statt und nehmen circa eine Stunde in Anspruch, die Abfahrten erfolgen jedoch ab Nord-Ost-Hafen. Der Name und die Farbgebung des Bootes orientieren sich dabei an einem großen Einzelhandelsverband.  

 

 

"Ede K" wird abends auch für sogenannte Sundowner-Fahrten eingesetzt. Die Passagiere können dabei den Sonnenuntergang direkt von der Wasserkante besonders stimmungsvoll miterleben.

Das Bild zeigt "Ede K" an den Westklippen unweit der Nordspitze.

 

 

 

Flugverkehr

 

Wie immer auch noch ein Blick auf den Flughafen:

 

 

Sturm und Wind haben vor dieser Saison die Nord-Süd-Landebahn am Südstand nicht unerheblich angegriffen (Foto oben). Um zu verhindern, daß der Schaden durch starke Brandung weiter zunehmen und die Rollbahn letztendlich unbenutzbar werden könnte, wurden große Sandsäcke vor der Landebahn deponiert. Der Küstenstreifen vor der Startbahn ist aktuell so schmal, daß bei Hochwasser eine Umrundung der Düne nicht mehr möglich ist.

 

 

 

Die Fluggesellschaft OFD fliegt Helgoland in der Sommersaison 2015 unverändert von Bremerhaven und von Heide/Büsum (je vier Flugpaare) an. Dabei kommen auch die beiden Maschinen zum Einsatz, die im Jahr 2013 in Neuseeland erworben und von dort nach Deutschland überführt wurden. Mit etwas Glück können sogar planmäßig Beide von ihnen gleichzeitig auf der Helgoländer Düne gesichtet werden.

 

 

Hier die ursprünglich aus Neuseeland stammenden Maschinen "Emden" (Kennung D-IOLM, oben) und "Cuxhaven / Nordholz" (Kennung D-IOLN, unten) auf der Helgoländer Düne. Schaut man sich die Neuseeländer Maschinen genauer an, kann man feststellen, daß sich hier nur zwei Flügel am Propeller befinden, bei den augenscheinlich baugleichen, nicht in Neuseeland erworbenen Maschinen sind es drei (vgl. Foto im Sommerbericht 2014 / Flugverkehr).

 

 

 

 

 

 

Damit geht der Sommerbericht 2015 dem Ende entgegen, allerdings nicht ohne einen Dank an Dennis Schmidt, der mir erneut wertvolle Fotos und Informationen zur Verfügung gestellt hat, die mit in diesen Bericht eingeflossen sind.

 

 

 

 

Das letzte Bild gehört im doppelten Sinne noch einmal der "Atlantis", von der dieser Nachschuß auf Insel aufgenommen wurde. Im nächsten Jahr wird es die "Helgoland" sein. Wirklich ???

 

 

 

13. Juli 2015 - Taufe muß verschoben werden

 

 

Die für den 18. Juli 2015 auf dem Roten Felsen geplante Taufe von M/S Helgoland muß verschoben werden.

Laut NDR-Informationen sind Probleme mit den Hauptmotoren die Ursache.   

 

 

 

Archiv: News aus dem 1. Halbjahr 2015

 


© 2015 / 2016 Alexander David

    Letzte Aktualisierung: 09.02.2016